Honda VT 500 E

Come Out on this Fine Honda

Die Geschichte der VT 500 E

Verkaufszahlen und Bestand

Die Honda VT 500 E (Honda-interner Code: PC11) wurde von 1983 bis 1987 in Deutsch­land ver­trie­ben. Laut MOTORRAD 2/1992 wurden rund 4500 Ein­heiten ver­kauft. Der Listen­preis be­trug 1983 6798 DM plus 155 DM Nebenkosten, was 3555 Euro entspricht (Quelle: Motor­rad­ Reisen 2/1983, Seite 81).

(M)eine PC11 vor Störbrücke(M)eine PC11 vor Störbrücke

Auf welchen Märkten Honda die PC11 vertrieben hat, ist mir nicht genau be­kannt, ich mutmaße aber, nur in einigen (west-) europäischen Staaten sowie Australien.

Wie viele PC11 in Deutschland heute noch zugelassen sind, weiß das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Diese Informationen finden sich in der Reihe ›Fahr­zeug­zu­lassungen – Bestand an Kraft­fahrzeugen und Kraft­fahr­zeug­an­hän­gern nach Her­stellern und Handels­namen (FZ 2)‹. Diese Aufstellungen liegen als PDF-Dateien vor und sind – jedenfalls im Winter 2013/14 – für die Jahre 2008 bis 2013 mit ein wenig Hart­näckigkeit beim Suchen direkt auf der Site des KBA aufzutreiben. Die­­jenigen für 2004 bis 2007 müss­test du dir per Kontakt­for­mu­lar er­bitten. Das klappt auch prima; ich bin auf freundliche, bemühte KBA-Mit­arbei­ter(innen) getroffen. Noch ältere Zahlen gibt’s nicht, jedenfalls nicht für Normalsterbliche

Bestand

Damit du nicht alle PDF-Dateien durchfräsen musst, hier mal eine kleine Übersicht über die Entwicklung des Bestands über die Jahre 2004 bis 2015. Die Zahlen stammen allesamt vom KBA.

  20 kW +/− 37 kW +/− Anteil an den 4500
in DE ausgelieferten PC11
1.1.2004 591 ? 2502 ? 68,7 %
1.1.2005 568 −3,9 % 2424 −3,1 % 66,5 %
1.1.2006 537 −5,5 % 2332 −3,8 % 63,8 %
1.1.2007 516 −3,9 % 2240 −3,9 % 61,2 %
1.1.2008 445 −13,8 % 1910 −14,7 % 52,3 %
1.1.2009 424 −4,7 % 1812 −5,1 % 49,7 %
1.1.2010 407 −4,0 % 1758 −3,0 % 48,1 %
1.1.2011 394 −3,2 % 1681 −4,4 % 46,1 %
1.1.2012 370 −6,1 % 1607 −4,4 % 43,9 %
1.1.2013 354 −4,3 % 1524 −5,2 % 41,7 %
1.1.2014 215 −39,3 % 869 −43,0 % 24,1 %
1.1.2015 192 −10,7 % 824 −5,2 % 22,6 %

Der unplausibel heftige Sprung nach unten zum 1.1.2008 erklärt sich dadurch, dass in den Jahren bis einschließlich 2007 die vorübergehend stillgelegten Fahr­zeuge mitgezählt wurden, ab 2008 dann nicht mehr. Auch vom 1.1.2013 zum 1.1.2014 springen den Werte merkwürdig – da muss auch eine Änderung in der Methode der Erhebung erfolgt sein, aber ich habe nicht herausfinden können, was genau das KBA geändert hat.

Die Schätzchen, die in Schuppen und Scheunen ihrer Wiedererweckung ent­gegen­schlummern, sind bei diesen Zahlen natürlich nicht berücksichtigt; einige viele Dutzend werden das wohl auch sein.

Mal zum Vergleich: die Bestandszahlen der Honda CX 500

Der relative Bestand an PC11 ist übrigens gegenüber dem Bestand an den be­rühm­ten Kult-Güllepumpen-CX‑500 außerordentlich hoch. Existierten am 1.1.2012 – also 25 Jahre nach Einstellung der PC11 – noch knapp die Hälfte, gab es von den 20.320 verkauften CX 500 (Typen a und b, Modell­jahre 1977 bis 1985) 25 Jahre nach Modell­ein­stellung im Jahre 2010 nur noch gut ein Fünftel. Da sehen wir doch gleich, dass Kult nicht gleich Qualität bedeutet.

Varianten

Die PC11 wurde werksseitig in zwei Leistungsvarianten angeboten:

  • 20 kW/27 PS bei 6000/min, 42 Nm bei 3000/min sowie
  • 37 kW/50 PS bei 9000/min, 45 Nm bei 7000/min

Die Drosselung der leistungsschwächeren Variante erfolgte durch andere No­cken­wellen, Vergaser und Krümmer. Daher gestaltet sich der Umbau von 20 kW auf 37 kW ziemlich aufwendig.

Daneben gibt es noch heute bei Alpha Technik einen Lei­stungs­reduzier-Satz von 37 kW auf 25 kW/34 PS. Und gaaanz früher gab es von mindestens einem Hersteller für Versicherungsprämien-Sparfüchse eine Leistungsreduzierung von 37 kW auf 20 kW; sowas braucht heute aber keiner mehr.

Das Ende vom Lied

1987 hat Honda die PC11 vom deutschen Markt genommen – in Großbritannien war sie noch bis 1989 in Hondas Sortiment. Vermutlich hatte man sich bei Honda einen viel größeren Verkaufserfolg versprochen als die paar 4500 Stück, die in Deutschland abgesetzt wurden. An den Erfolg der CX‑500‑Reihe jedenfalls konn­te die VT 500 E nicht im Entferntesten an­knüpfen – die mit der PC11 ver­gleich­baren Modelle CX 500 (die musste noch ohne un­mittel­bar da­nach ein­ge­führ­ten vier­stelligen Werkscode auskommen) und CX 500 E (PC06) ver­kauften sich über 24.000 Mal auf dem deutschen Markt, dazu kamen noch die Dschobbr, die Spar-Gold-​Wings und die 650‑cm³-Modelle, insgesamt über 43.000 Einheiten!

Der 52°‑V2‑Motor durfte aber – zwischenzeitlich natürlich stark modifiziert – in anderen Honda-Modellen bis ins Jahr 2013 weitermachen, in der Deauville als letzter Mohikanerin, nachdem die Transalp bereits 2012 das letzte Jahr in Hondas Sortiment gehabt hatte, jedenfalls in Deutschland.


VT 500 auf der Nordschleife oder: Kurvensuhlen am Ring

Reinhard (Riederer) alias superbikeschreck hat – natürlich mit seiner umgebauten PC08 – die Nordschleife des Nürburgrings in Angriff genommen und erzählt hier die Geschichte …

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Historische Dokumente

Kundendienstheft

Hier ist die Abteilung ›Museum‹: es gibt Dokumente zu sehen, die keiner braucht, aber doch gern vorgezeigt werden wollen.

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PC11 – alle Farben & Formen

rotes D-Modell

Das hatte der Site schon immer gefehlt mangels Bildmaterial: die PC11-Mo­del­le in allen Farben und Dekors, halb­wegs im Ori­gi­nal­zu­stand – und das, wo es die PC11 doch nur in zwei Mo­del­len und die­se in je drei und ins­ge­samt nur vier Farb­tönen gab.

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Presseschau

Zeitschriften

Die VT 500 E war na­tür­lich sei­ner­zeit auch Thema in Fahr­be­rich­ten, Tests und Ver­­gleichs­tests in der Fach­presse. Im Fol­genden fin­dest du eine Auf­stel­lung der mir be­kann­ten Ar­ti­kel (der deutsch­spra­chi­gen Presse), sor­tiert nach Zeitschrift und je­weils mit einer Zu­sam­men­fas­sung, so­fern mög­lich.

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Literatur von Honda

Titelseite Werkstatthandbuch VT 500 C

An Honda-Druckwerken gibt es (in verschiedenen Varianten je nach Modell):

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Bücher

Clymer & Schrauberhandbuch

Einen Bucheli gibt es zwar nicht, al­ler­dings ei­nen Clymer für den­je­ni­gen, der mit der eng­li­schen Spra­che aus­rei­chend klar kommt:

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