Honda VT 500 E

Come Out on this Fine Honda

Die liebe Verwandtschaft

VT 500 FT Ascot

Ich weiß von drei bis vier bis fünf – je nach­dem, wie man die Un­ter­schie­de zwi­schen den Model­len be­wertet – Schwes­ter­model­len der PC11.

VT 500 FT Ascot

Die VT 500 FT Ascot (PC10) wurde meines Wissens (nur?) in den USA und Kanada und nur in den Jahren 1983 und 1984 vertrieben.

VT 500 FT Ascot (PC10)VT 500 FT Ascot (PC10) (Instrumente nicht serien­mäßig)

Im ersten Jahr gab’s die Farben Candy Bourgogne Red (Farbcode R‑107 C‑U) und Pearl Siren Blue (PB‑123 P‑A) – das bekannte Dunkelblau der PC11-D‑Modelle, im zweiten wiederum das über­zuckerte Burgunderrot sowie dunkles Schwarz – natürlich mit Metallic-Effekt – unter dem Honda-Namen Black-Z (NH1Z).

Und dann hab ich mal Fotos gesehen einer augenscheinlich original lackierten Ascot (alle Dekore richtig aussehend und an Ort und Stelle sitzend), ge­heim­nis­volle­rweise aber in mittelblau, es könnte sogar das Candy Aleutian Blue des blauen F‑Modells der PC11 gewesen sein. Entweder hat sich da jemand gaanz viel Mühe gegeben mit einer Umlackierung (aber warum dann in solch einer eher un­at­trak­tiven Farbe?), oder das Web verbirgt entscheidende Quellen vor meinen for­schen­den Recher­chen, denn von einem solchen Farbton an einer PC10 ist nirgends die Rede, auch nicht auf Hondas Teile-Microfiche.

Gar nicht mal sooo wenige Exemplare der PC10 hat es nach Europa und auch Deutschland ver­schla­gen, manche vielleicht von GIs mit­gebracht und später hier verkauft. In den Nie­der­landen sehe ich so oft Ascots angeboten, dass ich fast glauben könnte, Honda hat die PC10 dort auch ganz offi­zi­ell im Pro­gramm gehabt, damals. Hat Honda aber wohl nicht. Ich hab’ aber gelesen, dass Mitte der Achtziger der Motor­rad­markt in Nordamerika daniedergelegen hatte und aus den günstig zu er­ste­hen­den Über­be­ständen von findigen Händlern Maschinen containerweise expor­tiert worden waren. Diese Export­welle scheint besonders die Niederlande, an­schei­nend aber nicht auch andere europäische Staaten, vor allem nicht Deutsch­land, ge­troffen zu haben, warum auch immer. Das soll der Grund sein, warum es in den Niederlanden so viele Ascots gibt und sonst in Europa eher keine.

Wenn du mal eine Ascot mit km/h-Tacho siehst: die stammt mutmaßlich aus kana­di­schen Kontingenten – in Kanada gilt nämlich seit 1977 das metrische System, jeden­falls offiziell, wie ich bei meinen Recherchen gelernt habe.

Be­achte zum Thema ›Ascot‹ den Beitrag zu Barneys Ascot, die Bilder von HS’ roter 84ziger und die Verweise in die Weiten des Webs hier auf dieser Site.

HS’ rote Ascot vor dem Schloss NordkirchenHS’ rote Ascot vor dem Schloss Nordkirchen – zum Niederknien schön! (Die Ascot natürlich, auch wenn das Schloss ebenfalls nicht so übel ist.)

In den USA wurden laut Motorcycle Classics etwa 10.000 VT 500 FT Ascots ver­kauft – in nur zwei Jahren wohlgemerkt, allerdings in einem dreieinhalb Mal so großen Markt wie den damaligen deutschen. Ich habe keinen blassen Schimmer, wie viele es in Deutschland gibt. In den acht Jahren, in denen ich bislang auf Ascots ge­ach­tet habe, habe ich eine live gesehen und bin in Deutschland über sechs weitere (virtuell) ge­stol­pert, außerdem über Stücker vier, die in den Nieder­landen zum Verkauf standen. Davon wiederum war die eine in so traurigem Zu­stand, dass Diversion, der schon samt Hänger hingereist war, vom Kauf lieber Abstand ge­nom­men hatte.

Ich habe übrigens den Verdacht, dass mindestens eine starke Minderheit, wenn nicht mehr, der PC11-Fahrer ihr Motorrad gern gegen eine Ascot eintauschen würde. Die Vorteile dabei:

  • eine normal-unkomplizierte Vorderradbremse, für die es auch heute noch Brems­scheiben zu erwerben gibt,
  • ein Kniewinkel, der die Komfortansprüche auch höher gewachsener Altherren zufrieden stellt,
  • unproblematische Räder ohne Nietverbindungen zwischen Speichen, Felge und Nabe, bei deren Lösen durch zu große Be­an­spruchung der Exitus des ganzen Rades droht,
  • und vor allem eine noch individuellere und erst recht viel schickere Erscheinung ohne Achtziger-Jahre-Schwulst – der bei mir persönlich allerdings eher Jugend­gefühle als Gemaule über zu wenig zeitlose Produktgestaltung auslöst.

Natürlich ginge der Tausch nicht ganz ohne Nachteile ab. Auszuhalten wären

  • ein wesentlich kleinerer Tank,
  • ein weniger autobahngeeigneter Lenker, weil höher und breiter,
  • und echte Probleme, sollten Lacksatz oder Abgasanlage oder sonstige PC10-only Teile zu ersetzen sein. Deren Beschaffung ist selbst in den USA schon lange nicht mehr einfach.

Diese Nachteile sind aber gar nicht schlimm – vor allem, weil ein Umhandeln einer PC11 für eine PC10 mangels verfügbarer Ascots in Europa im richtigen Leben nur eine schöne Illusion bleiben wird.

VT 500 C Shadow

Ein weiteres Familienmitglied ist der Soft-Chopper VT 500 C Shadow (PC08); auch sie gibt es als D- und als F‑Modell; die technischen Unterschiede sind mutmaßlich ähnlich wie diejenigen zwischen den beiden PC11-Modellen.

Am 1.1.2015 umfasste laut KBA der Bestand an PC08 noch exakt 1600 Einheiten, also gab es knapp Stücker 600 PC08 mehr als PC11.

VT 500 C (Koffer und Sturzbügel nicht serienmäßig)VT 500 C (PC08) (Koffer und Sturzbügel nicht serienmäßig)

Die PC08 und die PC10 scheinen mir untereinander enger verwandt zu sein, als sie es mit der PC11 sind.

(Falls du immer schon mal wissen wolltest, welche Maschine denn zum Code PC09 gehört, der zwischen den ganzen VT-500-Codes – also PC08, PC10 und PC11 – fehlt: das ist die CB 550 SC Nighthawk, ein Soft-Chopper. Mindestens den Motor scheint sie mit der CBX 550 (PC04) zu teilen. In Deutschland hatte Honda die PC09 offen­sicht­lich nicht im Programm.)

NV 400 × 2

Und außerdem hab ich im Rahmen weiterer Ahnenforschung ent­deckt, dass die PC11 tatsächlich auch noch zwei japanische BasenCousinen hat, nämlich

In Japan gab und gibt es nämlich aus rechtlichen Gründen eine beliebte 400‑cm³-Klasse. Wer in Japan mehr Hubraum (und damit Leistung und Gewicht) will, muss erhebliche größere finanzielle und sonstige Anstrengungen unter­nehmen als der­jenige, der sich mit 400 cm³ bescheidet.

Der Motor der NV 400 ist übrigens nicht einfach ein heruntergebüchster VT‑500-Motor, nein: die Bohrung ist identisch (71 mm). Zur Hubraumreduzierung wurde der Hub verringert – die wesentlich aufwendigere Modifikation. Heraus­ge­kommen ist ein noch drehfreudigerer Motor bei noch weniger Vibrationen. Und das, wo doch der VT‑500-Motor schon der drehfreudigste der in Deutschland bekannten 52°‑V2-Motoren sein soll.

Man soll es nicht glauben, aber es haben einige Maschinen als Parallelimport ihren Weg nach Europa gefunden. Einfallstor war wohl Großbritannien, und von dort hat es ein sehr schönes rotes D‑Modell der NC15 bis ganz nach Trond­heim zu Michael verschlagen.

Man fragt sich, was die Leute damals zum Import einer NV 400 (SP) motiviert hat. Sie unterscheidet sich im Aussehen von der PC11 nur durch einen Haltegurt auf der Sitzbank und natürlich die Dekore der Seitendeckel, ist genau so schwer, hat aber weniger Leistung. Warum hätte man damals sowas haben wollen, sofern es keine Regelungen wie in Japan (> 400 cm³ = richtig aufwendig und richtig teuer) gegeben hatte? – Heute dagegen ist der Fall natürlich klar: eine NV 400 ist was superseltenes und Superseltenes zu haben macht Spaß :‑)


Der Kauf

Fahrplan

Ein Tag im Mai 2004. 4:00 Uhr, der Wecker piept. Viele Stunden vor seiner üb­lichen Dienstzeit. Aber es gibt einen guten Grund! In der Brief­tasche war­ten zwei Zet­tel auf ihren Ein­satz:

Weiterlesen …

Darum eine VT 500 E

vt ueber aukrug anreisser

›Eine VT 500 E? Warum sollte ich solch einen alten Rochen fah­ren?!?‹

Tja, weiß nicht. Ich kann dir aber erzählen, warum ich das tue.

Weiterlesen …

PC11 – alle Farben & Formen

rotes D-Modell

Das hatte der Site schon immer gefehlt mangels Bildmaterial: die PC11-Mo­del­le in allen Farben und Dekors, halb­wegs im Ori­gi­nal­zu­stand – und das, wo es die PC11 doch nur in zwei Mo­del­len und die­se in je drei und ins­ge­samt nur vier Farb­tönen gab.

Weiterlesen …

1 Jahr vt-500-e.​de

Site

Am 16. März 2009Und es hatte na­tür­lich seine Be­wandt­nis mit der Wahl ge­nau die­ses Tags – der 16. März 1984 war Erst­zu­las­sungs­tag mei­ner PC11, sie wurde am be­wus­sten Tag also flot­te 25 Jahre alt, die Gute. er­blick­te www.vt‑500‑e.de das Licht des Webs und ist al­so ein stol­zes Jahr alt ge­wor­den.

Weiterlesen …

Devotionalien

PC11-Pin

Wer seine Zu­frie­den­heit/​Af­fi­ni­tät/​Lie­be mit oder zur VT 500 E de­mon­strieren will, für den hält der Markt einen Pin – von sehr or­dent­li­cher Qua­li­tät – be­reit.

Weiterlesen …

Zum Launch

Geburtsanzeige

Wir schreiben den 16. März 2009.

Die Jubiläen ›40 Jahre XS 650‹ und ›30 Jahre SR 500‹ (2008) wurden wie selbst­ver­ständ­lich von der Presse gewürdigt. Um die ›25 Jahre VT 500 E‹ im Jahre 2008 hat sich natürlich mal wieder kein Schwein geschert.

Weiterlesen …