Honda VT 500 E

Come Out on this Fine Honda

VT 500 auf der Nordschleife oder: Kurvensuhlen am Ring

Reinhard (Riederer) alias superbikeschreck hat – natürlich mit seiner umgebauten PC08 – die Nordschleife des Nürburgrings in Angriff genommen und erzählt hier die Geschichte …

quotation Als ich Sonntag früh am Parkplatz zur Nordschleife des Nürburgrings mit meiner VT eintraf, war alles genau so, wie ich es befürchtet hatte. Überall aus Sportauspuffen brabbelnde, Spoiler-bewehrte Flundern, und alle Motorradfahrer in diesen buckligen Rennkombis auf fauchenden Rennmöhren, und dazwischen ich mit meiner VT im Touren-Outfit, total fehl am Platz. Im Vergleich zum bom­bas­­tischen Eventcenter zwei Kilometer weiter ist die Startanlage zur Nordschleife fast beschaulich, trotzdem stieg ich etwas benommen vom Motorrad, nahm das Gepäck ab und löste eine Karte für erstmal eine Runde. Der freundliche Herr am Schalter riet mir, die Sache erstmal zu probieren, ich könnte dann ja immer noch ein zweites oder drittes Mal kommen …, überhaupt waren alle freundlich, Ordner, Biker und sogar der Typ im Ferrari!

Bei mir wähnte ich alles OK, körperlich fit, kein Restalkohol, Motorrad bestens, und so fahre ich langsam zur Schranke vor und halte meine Karte an den Scanner. Als ich durch bin, fahre ich noch mal rechts ran und stecke sie sorgfältig ein. Um nervigen Kavalierstarts vorzubeugen, muss man sich erst durch einen Slalom aus orangen Begrenzungshütchen schlängeln, ein Porsche bellt neben mir auf, und ich hinterher. Mein Gott, ist der Belag wellig und schwarz vom Gummiabrieb, rutscht man da nicht? Und die Streckenführung völlig neu, am besten halte ich mich erst mal an den Porsche, der vor mir her tanzt, wirklich tanzt! Der ist hier sicher schon öfter gefahren. Als ich ihn aus den Augen verliere, komme ich auf einen Strecken­teil, den ich wiedererkenne, da schiebt sich der Streckenmarschall auf seiner 98‑PS-Maschine an mir vorbei, ›die müsste ich mal entdrosseln‹. Er sitzt drauf, als wär’s die gemütlichste Sache der Welt, und da ich denke, der kennt sich garantiert aus, fasse ich mehr Mut und kann auch eine Zeit an ihm dran bleiben. Zu meinem Entsetzen merke ich plötzlich, dass mein Helmriemen nicht zu ist, und für den Bruchteil einer Sekunde sehe ich, wie es mir bei einem Sturz den Helm vom Kopf reißt, er in irrwitzigen Umdrehungen über die Strecke springt und im Gestrüpp verschwindet.

Wild entschlossen rase ich weiter, Ideallinie, keine Ahnung. Drehzahl? Kann nicht schauen, einmal bergab ein kurzer Blick auf den Tacho, die Nadel pendelt bei 180 und ich habe noch nicht mal den 6. drin! Trotzdem werde ich immer wieder über­holt, und so muss ich den Rückspiegel im Auge behalten. Bei der Einfahrt zum Karussell, es gibt zwei davon, sehe ich, dass von hinten ein BMW heranfliegt, und so überlasse ich ihm die holprige innere Betonüberhöhung, während ich außen herumfahre. Als er sich an mir vorbeischiebt, bedankt er sich mit einem kurzen Wink. Die Geste tut mir recht gut, da ich merke, dass auch auf der Strecke alle recht freundlich miteinander umgehen. Die Rennstrecke ist kein rechtsfreier Raum, es gilt Rechtsfahrgebot, was auf den Startschranken auch in englisch steht. Logisch … oder?

Plötzlich Streckenposten, die mit gelben Fahnen wedeln, wie bei Formel 1! Ich geh vom Gas, ein Renault hat ein paar Mal die Leitplanke geküsst und ›Betriebs­mittel‹ (O‑Ton Streckenmarschall) ausgespuckt. Ein Kehrkommando schruppt, als wär’s der Große Preis von Deutschland, toll, denke ich. Dann kommt ein Strecken­abschnitt, den der alte ›Klacks‹ das Lied vom Ring nannte – links, rechts, hin und her, ein bisserl Brems, ein bisserl Gas, da kommt mir der Gedanke vom ›In den Kurven suhlen‹. Dann wieder steil bergauf, ein Porsche hat mit seinem Gewicht gut zu tun, und ich schiebe mich rechts – oi‑oi – vorbei, aber die Freude währt nur kurz, bald hat er mich wieder; ich bin zwar kein fahrendes Hindernis, aber mei­stens bin ich der, der überholt wird.

Leider haben die Fans überall Graffiti auf die Strecke gespritzt, über die ich etwas vorsichtiger fahre. Wieder am Ende der Start-Ziel-Geraden werde ich von einer Ordnerin auf den Parkplatz komplimentiert, ich schiele kurz auf die Temperatur­anzeige, alles cool! Ein Blick auf die Stoppuhr, die ich am Lenker befestigt hatte, 12 min 30 – ich bin schwer enttäuscht, das nächste Mal mach ich’s besser!

Der freundliche Streckenmarschall versichert mir, dass auch auf den Graffiti der Reifen gut hält, nur bei Regen würde er nicht mit dem Motorrad fahren. Leider wird dann die Strecke für Motorräder für 15 Minuten gesperrt: Motorplatzer und ein nachfolgender Motorradfahrer ist auf dem Öl ausgerutscht. Der Verursacher, hier der holländische PKW-Fahrer, ist dummerweise mit dem Leck noch über die Strecke gekreuzt und muss deshalb für den Schaden des Motorradfahrers gerade stehen … Die Rennstrecke ist halt kein rechtsfreier Raum. Man erfährt das alles so nebenbei von Marschall, der seine Sache wirklich gut macht und meine Ungeduld dämpft.

Mein Motor mit magerer Bedüsung (112-110) und 8 Grad mehr Frühzündung fühlt sich in der heißen Höhenluft, ca. 900 m, 27 Grad, pudelwohl, meiner Gabel hab ich mit 30 cm³ mehr Öl pro Holm das Einsacken beim Bremsen abgewöhnt, die viel gescholtenen Originalfederbeine (40 tkm) müssen wohl aus der Honda-Renn­divischen stammen, und die Pirelli Sport Demon machen ihrem Namen alle Ehre. So ist mein Kopf völlig frei, als es heißt: ›Strecke frei für Motorräder!‹

Mit festgezurrtem Helm und sauberem Visier suche ich meinen Weg durch die Pylone, die nur noch ein wilder Haufen sind, dann lass ich den Motor schnurren, dass es eine Freude ist, und der Tanz beginnt. Ich versuche, jede Kurve so zu nehmen, dass ich in die nächste gut reinkomme, dem Belag traue ich immer noch nicht hundertprozentig und ein bisserl Reserve für überraschende Ecken muss sein. Es ist ein Erlebnis höchster Intensität, fast hypnotisch, wenn noch andere vor einem herfahren, alles in meinem Gehirn scheint sich diesem Kurvensuhlen zu widmen. Die Kompression trau ich mir immer noch nicht, voll zu fahren, in einer Kurve nach einer langen Bergaufstrecke reicht’s mir nicht mehr, und ich muss kurz über den Rand (Curbs), da lass ich wohl zehn Sekunden liegen Dann prescht ein BMW an mir vorbei, Flammen aus dem Auspuff und böser Geruch nach ver­branntem Öl, da muss ich an den gestürzten Engländer denken und nehme kurz das Gas weg.

Erst in der zweiten Hälfte der Runde traue ich mich voll runter, wobei der Auspuff gelegentlich angeht – bei Federbeinen auf höchster Vorspannung.

Am Ende der Zielgeraden lausche ich mit einem satt zufriedenen Gefühl der sinkenden Drehzahl des Motors, die auch mein Gehirn auf Normaldrehzahl herunter­­bringt.

Elf dreißig, eine Minute weniger, na also, aber die zehn Minuten dreißig, die ich vor dreißig Jahren hier schaffte, bleiben unerreichbar. Das liegt vor allem daran, dass die Strecke um ein paar Kurven verlängert wurde und ich vielleicht damals auf die große Bahnhofsuhr bei Start und Ziel nicht so genau geschaut habe. Ein Superbike-Schreck war ich hier wohl nicht; die Jungs, die hier zum Teil von weit­her kommen, sind aus anderem Holz geschnitzt als die vielen Altherren, die mit ihren übermotorisierten Bikes bei Bayrisch Zell herumprötteln.

Als ich auf den inzwischen völlig zugestopften Parkplatz einbiege, wundere ich mich, dass in diesem überreglementierten Land so ein Freiraum wie diese Renn­strecke möglich ist. Ich komme wieder! quotation


Internationale Presse­schau

Ohne

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