Honda VT 500 E

Come Out on this Fine Honda

Reifen

Neuer Reifen

Grundlegendes

Honda hat Reifen in den Dimensionen 100/90‑18 56S TLTL = TubeLess = schlauchlos (vorn) und 120/80‑18 62S TL (hinten) für die VT 500 E freigegeben (siehe aber auch unten).

(Nur für die Wissenschaft: Außerdem auch für hinten einen Metzeler ME99 in 120/90‑18 65S TL, aber nur in Kombination mit einem Metzeler ME77 Front in 100/90‑18 56S TL – alles nur Theorie, alldieweil der ME99 nicht mehr hergestellt wird, und modernere Reifen sind so viel besser, dass diese Sonderfreigabe ohne Belang wäre, gäbe es ihn noch.)

Reifenfreigabe für die PC11 von Honda (1993)Reifenfreigabe für die PC11 von Honda (1993)

In diesen Dimensionen waren bislang allein ›alte‹ Diagonalreifen verfügbar, die nicht die Haftung und die Laufleistung der modernen Radialreifen erreichen. Darüber hinaus ist auch die Auswahl beschränkt, und die Reifenhersteller kümmern sich nicht recht um dieses Marktsegment – Neuentwicklungen sind so extrem selten, dass der (im Jahre des Herrn 2013) locker zehn (!) Jahre alte Bridgestone BT45F/R die Tests der Fachpresse immer mit mehr oder minder großem Ab­stand gewinnt, dahinter lan­det meist der Metzeler Lasertec gefolgt vom Pirelli Sport Demon.

Das Neueste

Zur Jahreswende 2012/13 aber gab es seit längerem doch mal wieder etwas Neues für uns Youngtimerer:

Dunlop hat den StreetSmart, einen Diagonalreifen, auf den Markt gebracht. Er ist allerdings nicht in 120/80 zu haben, und eine Freigabe des 120/90 für die PC11 ist nicht in Sicht.

Wesentlich Spannenderes gibt es von Continental zu vermelden. Der Hersteller hat zwei Radial (!) reifen in Youngtimer-Dimensionen entwickelt.

  • Zum Einen gibt es den ContiRoadAttack 2 CR im Continental-Sortiment; der wird aber als Reifen für Klassikerrennen angeboten, wird also relativ schnell verschleißen und benötigt zur ordentlichen Funktion mutmaßlich die hohen Reifentemperaturen, wie sie beim Betrieb auf der Rennstrecke auftreten – ist also nix für uns Landstraßenschwuchtlern.
  • Zum Anderen findet sich im Angebot der ContiClassicAttack. (Hat sich wohl noch nicht bis Hannover durchgesprochen, dass BinnenVersalien schon laange völlig out sind?) Diesen Reifen gibt es im Augenblick (Sommer 2015) erst in zwei Dimensionen fürs ​Vorderrad und in dreien fürs Hinterrad und davon ist keine für die PC11 geeignet bzw. freigegeben, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Ob und wie sich diese beide Reifen in (Ver­gleichs-)​​Tests bewähren konnten und wie es mit der Verschleißfestigkeit aussieht, ist mir nicht bekannt (Stand Sommer 2015). Bei Interesse musst du die Web-Suchmaschine deiner Wahl selbst quälen.

Auf einer PC11 dürfen Radialreifen übrigens nur nach Freigabe durch Honda (das wird nie passieren) oder den Reifenhersteller (ich würde nicht drauf wetten) benutzt werden. Honda hat ausschließlich Diagonalreifen freigegeben was am Strich ›‑‹ in ›100/90‑18 56S‹ zu erkennen ist.

Und selbst?

Ich selbst hab angefangen auf meiner PC11 mit konzeptionell uralten, aber un­be­nutzten, nicht über­lagerten Metzler ME330 (vorn) / ME77 (hinten), die nach 11.500 km beide zugleich (!?!) die Verschleiß­grenze er­reicht hatten, und bin dann auf den Bridge­stone BT45 ge­wechselt.

Pole sitter: Bridgestone BT45

Der BT45 scheint auch tatsächlich deutlich besser zu sein. Mein Gefühl entbehrt allerdings die rechte Beweiskraft, weil die neuen BT45 mit neuen ME330/ME77 anstatt alten, eckig gefahrenen hätten verglichen werden müssen, und diese hatte ich drei Jahre davor genossen und keine wirklich belastbare Erinnerung daran. Da bleibt dir ›nur‹ das Vertrauen in die Fachpresse, deren Bewertung aber unisono lautet: nimm den BT45.

Bridgestone, wie mutmaßlich die anderen Hersteller der Reifen der Jetztzeit auch, empfiehlt übrigens einen ganz anderen, viel höheren Luftdruck als Honda einst­mals für die Originalbereifung. Das sollte man unbedingt beachten!

Glitschstone

BT45 nach ein paar Dutzend Kilometern – der SchmierfilmBT45 nach ein paar Dutzend Kilometern – der Schmierfilm

Ein Dauerbrenner am Stammtisch und im Web: die Diskussion darum, ob neue Reifen nun die ersten paar Dutzend Kilometer vorsichtig ›eingefahren‹ werden müssen oder ob man sofort nach Verlassen der Box loslegen kann wie Rossi.

Mein Beitrag dazu: jedenfalls von meinem einen (von dreien) BT45R löste sich in der Anfangszeit eine Schmier­schicht von der Oberfläche, deren zusammen­ge­schobenen Reste auf dem Foto rechts gut zu sehen sind. Welchen Einfluss diese Schmiere auf das Fahr­ver­halten hat, kann ich natürlich nicht sagen – vorteilhaft wird sie sich aber eher nicht auswirken. Und also fahre ich die ersten 100 Kilometer mehr als vor­sichtig und nehme bei passender Gelegenheit auch mal ein Stückchen Sand- oder Waldweg oder drehe zwei, drei Runden auf einem unbefestigen Park­platz – Sand nimmt gut ab.

Glitsch auf einem BT45R, die Hälfte schon vom Exzenterschleifer erledigt›Knut‹ hat diese Geduld nicht. Er stellt die neu bereifte Maschine auf den Haupt­ständer, startet den Motor, legt den ersten Gang ein, lässt das Hinterrad bei Leer­lauf­dreh­zahl rotieren, greift zum mit 60er oder 80er Papier be­stück­ten Exzenterschleifer und macht dem Glitsch damit den Garaus für den guten Grip ab dem ersten Meter. Beim Vorderradreifen hat er es dann nicht ganz so einfach.

Verschleiß

Beim Verschleiß lässt sich leider gar nix verallgemeinern. Es kommt extrem auf die Betriebsumstände an. Ich tendiere gern im Groben zu den Vorgaben der StVO, fahre wenig Autobahn, wenig Kurven (die hat's hier in der norddeutschen Tief­ebene nämlich eher selten), verzögere oft (nur) mit der Motorbremse und Stei­gungen bzw. Gefälle, die intensiveren Bremseneinsatz erfordern würden, gibt es hier leider nicht.

Bei mir hielten die beiden BT45R hinten 8500 und 8100 Kilometer; beide mussten erneuert werden, weil sie in der Mitte alias ›eckig‹ abgefahren waren, bis zur Grenze der Legalität übrigens.

Bridgestone BT45R neu und abgefahren, so richtig schön typisch-norddeutsch in der MitteBridgestone BT45R neu und abgefahren   Bridgestone BT45F neu und abgefahrenBridgestone BT45F neu und abgefahren

Mein erster BT45F vorn war bei 21.000 km bis hart an die Grenze zur Illegalität heruntergefahren, was auch zu einem heftigen Shimmy bei Geschwindigkeiten zwischen 60 und 80 geführt hatte. Dumm nur, dass der Hinterradreifen da noch gar nicht recht am Ende war – aber half nix, der musste dann auch neu, damit ich mal wieder das schöne Fahrgefühl erleben durfte, das nur zwei niegel­nagel­neue, weiche, runde Reifen bieten.

Meine neuen BT45 (mit den DOT-Nummern 5112 und 1813) hatten übrigens Profiltiefen von 5 mm (vorn) und 7 mm.

Freigiebig

Seit langen Jahren ist es bekanntlich so, dass schon der Segen eines Reifen­her­stellers genügt, um einen bestimmten Reifen an einem Kraftfahrzeug mon­tieren zu dürfen. Dieser Segen muss allerdings immer schriftlich (als ›Unbe­denk­lich­keits­be­scheinigung‹) niedergelegt mitgeführt werden, um der Renn­leitung jenen nach­wei­sen zu können. Lies Verbindlicheres dazu beispielsweise beim IFZ.

Und mutmaßlich weil der Reifenhersteller Heidenau keinen 120/80‑18 62S TL im Programm hat, hat er mal die Verwendung seines Modells ›K65 rear‹ in 120/90‑18 M/C 71H Rf.= Reinforced = verstärkt, für den Fall, dass mal ein Sumo-Ringer aufm Sozius mitmuss TL in Verbin­dung mit einem K65 100/90‑18 M/C 56H TL auf einer PC11 für unbedenklich erklärt. Heidenaus Image des Billig­rei­fen­her­stel­lers wird ein bisschen dadurch relativiert, dass dieser Her­steller beispielsweise auch für Metzeler/Pirelli fertigt, wie ich mal gelesen habe.

Wie gut der Heidenau K65 ist oder sein soll, weiß ich nicht. Ich kenne keine (Ver­gleichs)Tests aus der Presse. Was ich weiß, ist, dass er eher günstig ist und ein extrem tiefes Profil aufweist. Ob sich das auch in langer Laufleistung nieder­schlägt, entzieht sich ebenfalls meiner Kenntnis. Außerdem: die Tat­sache, dass ein eckig gefahrener Reifen in seiner Eckigkeit noch besonders lange gefahren wer­den kann, ehe das Profil dem Gesetz nicht mehr genügt, ist ein zweifelhafter Vor­teil. Neue Reifen fahren sich vor allem deswegen so erstaunlich viel besser als die alten, weil Erstere eben nicht eckig gefahren sind und die Lauffläche noch schön weich ist und gut haftet.

(Gesegnet sind diejenigen, die ihre Reifen nicht eckig fahren müssen, weil’s bei ihnen viele Kurven hat. Wir Insassen der norddeutschen Tiefebene ge­hören nicht dazu.)

Breite Puschen?

Immer mal wieder hört man mal von dem Wunsche nach breiteren Reifen für die PC11, warum auch immer. Für hinten käme einem als erstes die Dimension 130/70 in den Sinn, was aber eine Felge von mindestens 3,50 Zoll erforderte, wenn ich der Zuordnungsliste von SWC glauben will. Ein Reifen der Dimension 130/80 passte auch auf eine 2,50‑Zoll-Felge, hätte aber natürlich einen größeren Durch­messer als einer mit 120/80.

Der einzige Erfolgsfall, von dem ich weiß, ist derjenige von superbikeschreck. Der hat nämlich für seine (umgebaute) PC08 einen Hinterradreifen mit der Dimension 140/70 eingetragen bekommen (was nach SWCs Liste schon mal nicht gegangen wäre), übrigens auf einer 18‑Zoll-Felge aus einer Ascot.

Zur Erinnerung hier nochmal die Felgengrößen der PC11: vorn 2,15 × 18 und hinten 2,50 × 18. Und vor allem an der hinteren Felgengröße gibt es nix zu rütteln – die Nabe samt Endantrieb könnte nur unter maximalen (um nicht zu sagen ›ma­xi­mal­sten‹) finanziellen und technischen und rechtlichen An­stren­gungen mit einer an­deren Felge verheiratet werden.


Dekor (Decals)

Dekor des Seitendeckels

Die originalen Dekorstreifen (auf Neudeutsch manchmal auch ›Decals‹ ge­nannt) für den Lack­satz gibt es viel­leicht noch beim Honda-Händ­ler oder bei Händ­lern, die mit Tei­len aus NOS han­deln.

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Vorderradbremse: Überholsätze

Die Überholung von Bremssattel und Hauptbremszylinder wird den meisten PC11-lern über kurz oder lang nicht erspart bleiben. In die­sen Baugruppen werden Gummi­teile verwendet und diese altern, ob man will oder nicht, ob die Maschine Sommer wie Winter schutzlos aufm Bürger­steig oder warm im Wohnzimmer steht.

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Stahlflex-Bremsleitung

Stahlflex-Bremsleitung

Wenn deine VT noch eine oder gar die ori­gi­na­le Gum­mi­brems­lei­tung hat: Weg damit!

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