Honda VT 500 E

Come Out on this Fine Honda

Ollis Grüne

Olli hat sein rotes F‑Modell unter Ein­satz von nicht so wenig Geld und noch mehr Arbeit vom Winter­motor­rad zum grü­nen Roads­ter um­ge­baut.

Und berichtet von seinem Umbau hier auf vt-500-e.de:

quotation Als »Winterbike« habe ich mir Oktober 2011 eine VT 500 E bei Ebay für schmales Geld mit 58 tkm ersteigert. Meine Griso war mir einfach zu schade, um durch Dreck und Salz des Winters zu fahren und mich damit vielleicht auch noch abzulegen.

Die Basis

Mit ziemlichem Grundvertrauen habe ich einfach mal die Rückfahrt von fast 400 Kilometer auf dem Teil nach Kauf in Angriff genommen und dabei dann gleich die ersten Schwächen entdeckt, allen voran die miserable Vorderbremse und die weiche Frontfedern. Kein Problem, eine Stahlflex von Spiegler und Gabelfedern von Wirth haben dieses sehr positiv behoben. Leider habe ich von diesem Zu­stand keine Bilder gemacht.

Instrumente, jetzt elektronisch

Ersten Bastelanfällen im Frühjahr ’13 fiel die Frontmaske zum Opfer und im Laufe des Sommers 2013 habe ich dann dafür den Scheinwerfer einer SV, die Blinker einer Bonneville, einen elektronischen Tacho/Drehzahlmesser von Tante Louise und eine neue Kühlmitteltemperaturanzeige (samt Geber) eingebaut.

Olivers Umbauobjekt, schon mal ohne MaskeOlivers Umbauobjekt, schon mal ohne Maske

Den Tacho habe ich auf der alten Welle mittels Drehimpulsgeber angeschlossen, ziemlich simpel. Aber am Drehzahlmesser habe ich wochenlang alles versucht, was irgendwelche Gebrauchsanweisungen und der technische Service von Louis empfahlen, aber Pustekuchen.

Die Nase voll, habe ich das Sensorkabel dann direkt an den Impulsgeber für das Zündsignal des hinteren Zylinders gelötet und siehe da: alles paletti.

Die neuen InstrumenteDie neuen Instrumente   Sicherungskasten, jetzt unterm SitzSicherungskasten, jetzt unterm Sitz

In das klaffende Loch für das verlegte Zündschloss ist eine Uhr geplant. Als Dieb­stahlschutz hat der TÜV übrigens ein simples Fahrradschloss akzeptiert. Die Lenkkopfmutter entstammt einer Honda FT 500.

Im Herbst dann wurden die Sicherungen unter den Sitz verbannt und ich begann am Heck herumzubasteln. Irgendwie unmotiviert ohne rechtes Ziel, aber der Ein­bau der Kotflügels (CB‑750-Bolle!) mit dem hinteren Teil der Bonneville-Leuch­ten (es lebe die Bucht!!) hatte mir schon irgendwie die Richtung vorge­geben.

Jetzt bereits mit neuem hinteren SchutzblechJetzt bereits mit neuem hinteren Schutzblech

Aber irgendwie war ich nicht zufrieden damit und mir war zudem klar, dass wenn ich nichts gescheit dran mache, wird die VT nach dem dritten Winter in Folge den Weg in die ewigen Motorradgründe gehen. Irgendwie hatte ich sie ja doch lieb gewonnen, so zuverlässig, wie sie ist!

Und dann ging es los!

Und da kam mein Arbeitskollege Harald und fragte mich, ob wir nicht zusammen das Teil pimpen und neu aufbauen wollen. Seine Bühne/Werkstatt wäre frei, er hätte Zeit und Lust …

OK, dann machen wir es aber richtig. Start 30. Januar ’14.

Nach drei Stunden in der Werkstatt gab es nur noch den nackten Rahmen, den Motor auf einer Werkbank und der Rest füllt eine weitere auf.

Eine Werkbank voller PC11-Teile!Eine Werkbank voller PC11-Teile!

Der Rahmen ging zum Entlacken und Pulverbeschichten und wir kümmerten uns um den Motor. Ventile einstellen, Kupplung überholen, die Ventildeckel ab­ge­strahlt und in Chefins Ofen den frischen Motorlack gut ausgeheizt. Die Wasser­pumpe ausgebaut, den Vergaser zerlegt, in der Firma im Ultraschallbad gereinigt und mit neuem Dichtungs- und Düsensatz wieder zusammengebaut.

Der Rahmen hat dann schon lange gedauert und erst Mitte März konnten wir mit dem Aufbau endlich starten. Neues Schwingenlager, neue Federbeine ran, neues Lenkkopflager und neu lackierte Gabelbrücken ließen alles schon echt gut aus­sehen und mit dem Motor mit den neu lackierten Ventildeckeln dann kam schon erste Vorfreude auf.

Frisch gepulverter Rahmen, bereits wieder mit dem Motor vereintFrisch gepulverter Rahmen, bereits wieder mit dem Motor vereint

Den Tank habe ich umschweißen und innenbeschichten lassen, und da der TÜV das nicht nur gerne sieht, sondern sogar forderte, bekam er ein Prüfzeugnis. Als dann Michael seine neue Solositzbank für seine CBR drauf legte, war klar: Es muss ein Solositz werden.

So sähe es aus: SolositzbankSo sähe es aus: Solositzbank   Sitzbank, UnterseiteSitzbank, Unterseite

Der Sitzbefestigung erfolgte durch die alten Gummis mittels eingeklebter, langer  M8-VA-Schrauben – diese passen dann in die Bohrungen der Querverbinder hinten am Rahmen.

Der neue Alukotflügel war da auch schon dran, hatte uns aber zuvor schon einiges abverlangt. In Folge montierten wir alles dran, was einst entnommen und aufgearbeitet war. Den Tank und vorderen Kotflügel haben wir lackiert. Aus den Resten von Haralds VA-Balkonverkleidung wurden neue Seitendeckel und der Nachbar (Sattler) machte uns aus der alten, aufgesägten Sitzbank einen leckeren Solositz. Nach schier endloser Polierarbeit glänzten die Auspuffrohre und die Felgen wieder und mit ein wenig Schweißen wurde der alte Gepäckträger ein­gepasst.

Den alten Kabelbaum haben wir zwar übernommen, aber doch ziemlich umge­staltet, einen neuen Sicherungskasten eingesetzt und das Zündschloss (ausm Zubehör, angeboten für Honda CB xyz) den linken Seitendeckel eingepasst.

Da wartete noch viel Arbeit: allerlei Kabel, aber noch kein BaumDa wartete noch viel Arbeit: allerlei Kabel, aber noch kein Baum   Zündschloss aus dem Zubehörhandel im SeitendeckelZündschloss aus dem Zubehörhandel im Seitendeckel

Der linke Seitendeckel mit dem Zündschloss ist jetzt mittels zweier Schrauben aus ver­längerten Lenkerbefestigungen/Rändelmuttern und mit zwei in die Kühlrippen gekle­bten Stiften des Gleichrichters befestigt.

Fertig (so gut wie)

Und dann war auf einmal alles fast fertig. Es fehlten noch: die Vergasereinstellung mit den Sportluftfiltern und natürlich: der TÜV.

Ich fange mal mit dem Blaukitteln an, denn die haben uns nach wirklich eingehen­der Untersuchung durchgewunken. Alles prima!

(Fast) fertig!(Fast) fertig!

Die Vergaserabstimmung

Die Abstimmung der Vergaser auf die Sportluftfilter ist allerdings eine echte Herausforderung. Die Synchronisierung ist mir wohl ganz gut gelungen, und mittels eines CO-Messgerätes eines Kollegen konnte ich den Vergaser bei Leerlaufdrehzahl gut einstellen.

Bei der Bedüsung gehe ich einen Wochenrhythmus ein: samstags neue Düsen einbauen und unter der Woche während der Fahrt zur Arbeit durchtesten. Momentan bin ich bei 142er- und 150er-Düsen und werde wohl noch eine kleine Schippe drauf legen, denn eine letzte Unruhe im Rollen bei Teillast (wie eine leichtes Konstantfahrruckeln) lässt sich sicher noch lösen.

Ansonsten zieht sie wieder ganz ordentlich, geht ohne jede Verkleidung mit mir aufrecht auf gut 155 km/h und erschreckt dabei die Dosen, die ich dabei über­hole. Geiler Sound!!

Meine VT bringt mich also schon jeden Tag zur Arbeit und macht mir eine Riesenfreude.

Ollis Grüne von rechts (Ende 2014)Ollis Grüne von rechts (Ende 2014) Ollis Grüne von links (Ende 2014)Ollis Grüne von links (Ende 2014)

Ein ganz großer Dank natürlich an Harald für Ergebnis, Geduld, Können und Freundschaft!quotation

Ollis Grüne, von vornOllis Grüne, von vorn


Presseschau

Zeitschriften

Die VT 500 E war na­tür­lich sei­ner­zeit auch Thema in Fahr­be­rich­ten, Tests und Ver­­gleichs­tests in der Fach­presse. Im Fol­genden fin­dest du eine Auf­stel­lung der mir be­kann­ten Ar­ti­kel (der deutsch­spra­chi­gen Presse), sor­tiert nach Zeitschrift und je­weils mit einer Zu­sam­men­fas­sung, so­fern mög­lich.

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Bücher

Clymer & Schrauberhandbuch

Einen Bucheli gibt es zwar nicht, al­ler­dings ei­nen Clymer für den­je­ni­gen, der mit der eng­li­schen Spra­che aus­rei­chend klar kommt:

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Devotionalien

PC11-Pin

Wer seine Zu­frie­den­heit/​Af­fi­ni­tät/​Lie­be mit oder zur VT 500 E de­mon­strieren will, für den hält der Markt einen Pin – von sehr or­dent­li­cher Qua­li­tät – be­reit.

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Treffen der Oldtimer-Zweirad-Freunde Itzehoe, Juni 2010 – der Bericht

Oldtimer-Zweirad-Freunde IZ 2010

Manchmal gibt es ja auch motor­rad­mäßig eine Ver­an­stal­tung in der Nach­­bar­schaft und nicht immer nur in der Ferne, wie bei­spiels­weise im fer­nen Münster­land, etwas Klei­neres jeden­falls.

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Viva PC11: 50.000 Kilometer

50.000 km

Hab ich doch zum Saison­ab­schluss zwanzigelf mit meiner PC11 noch schnell mal die 50.000 Kilometer voll gemacht; davon stammen 29.000 Kilometer von mir per­sön­lich. Das ist eigentlich nicht soo erwähnenswert, andere PC11 haben wesent­lich mehr runter, aber weil’s so eine schöne Zahl ist, hier doch zur Feier eine Kurz­rück­schau, was die tech­ni­sche Seite angeht:

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Treffen der Oldtimer-Zweirad-Freunde Itzehoe, Juni 2011

Panorama

Der erste Sonntag im Juni, da war er wieder, und also auch das Treffen der Old­timer-Zweirad-Freunde Itzehoe, beim TÜV in Wellenkamp. Anders als 2010 war ich pünktlich vor Ort, und es gab tatsächlich mehr zu sehen, als wenn man spät­auf­steher­mäßig um 13 Uhr auch mal gucken kommt.

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VT 500 auf der Nordschleife oder: Kurvensuhlen am Ring

Reinhard (Riederer) alias superbikeschreck hat – natürlich mit seiner umgebauten PC08 – die Nordschleife des Nürburgrings in Angriff genommen und erzählt hier die Geschichte …

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Das Klassikertreffen 2009

Das Klassikertreffen 2009

Und dann war da ja noch ›Das Klassiker­treffen 2009‹, als ›klei­nes‹ Klassiker­treffen an­ge­kündigt, zu dem man sich eine Ein­ladung er­bitten musste, wollte man kom­men.

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Der Kauf

Fahrplan

Ein Tag im Mai 2004. 4:00 Uhr, der Wecker piept. Viele Stunden vor seiner üb­lichen Dienstzeit. Aber es gibt einen guten Grund! In der Brief­tasche war­ten zwei Zet­tel auf ihren Ein­satz:

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Zum Launch

Geburtsanzeige

Wir schreiben den 16. März 2009.

Die Jubiläen ›40 Jahre XS 650‹ und ›30 Jahre SR 500‹ (2008) wurden wie selbst­ver­ständ­lich von der Presse gewürdigt. Um die ›25 Jahre VT 500 E‹ im Jahre 2008 hat sich natürlich mal wieder kein Schwein geschert.

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