Honda VT 500 E

Come Out on this Fine Honda

Ölverbrauch

Ölkanister

Meine tat’s lange Zeit noch nicht, hat aber ab ca. Tacho­stand 46.000 Kilo­me­ter spür­bar da­mit an­ge­fangen. Bei höheren Laufleistung kann auch und gerade eine VT 500 E anfangen, Motoröl zu verbrauchen, manchmal auch viel Öl, so viel Öl, dass es wirklich nervt.

Das gilt vor allem dann, wenn dem Motor dauerhaft viel Leistung abverlangt wird, etwa bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn. Wer mit nur 4000/min über die Landstraßen trödelt, für den wird der Ölverbrauch auch mit 80.000 Kilo­metern auf der Uhr noch erträglich ausfallen, mutmaße ich jedenfalls.

›haller‹ aus dem VT‑500‑Forum wollte dem Ölverbrauchsproblem beikommen und hatte sich die Arbeit gemacht, die Ventilschaftdichtungen zu ersetzen – es war aber genau gar kein Einfluss auf den Ölverbrauch festzustellen.

Forumskollege ›Knut‹ bietet eine plausible These an: Danach kann die Ursache sein – wie auch bei anderen Honda-Modellen wie Transalp, CX 500/650, NTV 650 oder CB 500 (PC26/32) –  die Zylinderlaufbahn. Diese ist im Auslieferungs­zustand nicht etwa maximal glatt gestaltet, sondern wird im Gegenteil in einem speziellen Arbeits­gang aufgeraut (›gehont‹), da ansonsten die (hartverchromten) Kolben­ringe auf dem Ölfilm an der Zylinder­wand ›auf­schwim­men‹ und dann das Öl nicht mehr zuverlässig abstreifen würden, sodass viel vom guten Motoröl in den Brenn­raum gelangen und ver­brannt werden würde.

Während des Betriebs wird die Zylinderlaufbahn durch die Reibung der Kolben­ringe bei entsprechenden Laufleistungen so glatt, dass man sich schließ­lich so­gar drin spiegeln kann. Und mit der Glättung geht einher ein steigender Ölver­brauch und bei hohen Drehzahlen eine mehr oder minder starke blaue Ölfahne aus dem Auspuff. Die Kolben­spiel­maße sind durchweg noch in der Toleranz und auch die Kompression ist meist noch in Ordnung.

Die Reparatur ist eigentlich vergleichsweise überschaubar. Man demontiere die Zylinder, fahre mit ihnen unterm Arm zum Instandsetzer seines Vertrauens, lasse sie ausmessen auf Ovalität und Laufspiel und sie bei positiver Auskunft nach­honen. Ein Nachhonen ›kostet‹ etwa ein bis drei Hundertstel Millimeter der Zylin­der­laufbahn.

In diesem Zuge sollten auch die Steuerketten und die Ventilschaftdichtungen er­neu­ert werden. An Kosten muss man mindestens rechnen:

Motordichtungssatz (›Topend‹) 50 €
6 Ventilschaftdichtungen 12 €
2 Steuerketten mit Schlössern 120 €
Honen beim Instandsetzer 60 €
Summe 242 €

Werkzeuge wie Ventilfederpresse, Kolbenringspannband oder Nietwerkzeug für die Ketten sollten gern vorhanden sein. Und die Hoffnung und Erwartung, dass die Ventile dicht sind und falls nicht, jedenfalls nicht verbrannt, dass die Hart­ver­chro­mung der Kipphebel noch in Ordnung ist und dass auch sonst keine un­er­warteten Schwierigkeiten auftreten.

Ansonsten kann es nämlich wesentlich teurer werden als die obigen 242 Euro plus Arbeit – so teuer, dass ein seriöser gebrauchter Motor mit, sagen wir, 30.000 km für 400 Euro die bessere Wahl sein könnte, so er denn zu finden ist.


Seitendeckel

Haltenase an Seitendeckel

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