Honda VT 500 E

Come Out on this Fine Honda

Überhitzung

Thermostat

Eigentlich ist dies gar keine typische Schwäche der PC11, sondern eher eine typische Schwäche von ält­lichen flüs­sig­keits­ge­kühlten Motor­rad­motoren jeder Couleur, die je nach be­trie­be­nem War­tungs­auf­wand eher früher, eher später oder gar nie auf­tritt.

Diese Motoren wurden und werden manchmal von Überhitzungsproblem ge­plagt. Der Lüfter darf nur beim Langsamfahren oder Stop-and-Go-Verkehr im Sommer arbeiten, sonst nicht. Ist es anders, musst du dringend tätig werden. Die Zylin­der­kopfdichtungen mögen keine Überhitzung, und diese Dichtungen zu ersetzen ist wirklich mühsam (oder teuer oder beides).

Die einfachste (?) Ursache wäre zu wenig Kühlmittel im Kreislauf. Fülle ihn halt auf – aber prüfe, wo das Kühlmittel hin entschwunden ist! Im schlechtesten Fall ist eine Zylinder­kopf­dichtung schadhaft. Das kann die Werkstatt deines gering­sten Miss­trauens überprüfen, indem sie misst, ob im Kühlwasser Kohlendioxid ent­halten ist. Eine andere Ursache könnte sein, dass der Thermostat nicht öffnet. Beide Pro­bleme behandelt dieser Beitrag nicht.

Sondern es geht hier um diesen Fall: Möglicherweise ist das Kühlsystem, allem voran der Kühler, verkalkt. Und muss vom Kalk befreit werden.

    • Öffne dazu den Kühlerdeckel oben rechts am Lenk­kopf (wenn du noch nie einen Kühlerdeckel abge­schraubt hast: man muss einen solchen nach der er­sten Vier­telumdrehung beim Weiterdrehen hinein­drücken, um ihn endgültig abnehmen zu können) und die Ent­lüftungs­schraube des Kühlsystems (unten links am Thermo­stat­gehäuse).

Kühlerdeckel, noch hinter einer Kunststoffabdeckung verborgenKühlerdeckel, noch hinter einer Kunststoffabdeckung verborgen   Thermostatgehäuse mit Entlüftungsschraube (unterer Pfeil)Thermostatgehäuse mit Entlüftungsschraube (unterer Pfeil)

    • Lasse das Kühlmittel ab. Offiziell sollst du das am tiefsten Punkt an der Wasser­pumpe, indem du die dortige Ablass­schraube herausdrehst.

Das kostet allerdings eine Dichtung. Du kannst auch den Wasserschlauch von der Wasserpumpe abziehen, sofern er sich nicht allzusehr wehrt (meiner war stärker als ich). Dann bleibt zwar ein kleiner Rest alten Kühl­mittels in der Pumpe stehen, was aber zu verschmer­zen ist, überhaupt, weil wir den Kreislauf im Laufe der Arbeiten mehrmals spülen werden.

Wasserpumpe, die kleine saubere Schraube in der Bildmitte ist die AblassschraubeWasserpumpe

  • Schließe den Kreislauf wieder.
  • Setze eine Lösung mit einem Entkalkungsmittel an. Da böte sich Essig oder Reinigungs­essig an: ein Teil Essig, zwei Teile Wasser = ca. 0,7 l Essig, 1,4 l Wasser = gut 2 l Entkalkungslösung. Alternativ und weniger geruchsintensiv kannst du Citronensäure, das du als Entkalkungsmittel vor allem von Haus­halts­geräten im Sortiment des Drogerie-Discounters deines Vertrauens fin­dest, in 2 l Wasser lösen. Beachte die Dosierbeispiele auf der Verpackung. Sei vorsichtig. Eine Säure ist eine Säure ist eine Säure und kann reizen/ätzen – deine Haut, deine Augen oder – noch schlimmer – dein Motorrad.
  • Fülle die Lösung in den Kühlkreislauf – ein Trichter wäre hilfreich –, lass den Motor im Leerlauf laufen, bis im Kühlmittel keine Luftblasen mehr aufsteigen und der Kühl­mittel­stand stabil ist, fülle dann das Kühlmittel gegebenenfalls bis zum vor­geschriebenen Stand nach und schließe den Kühlerdeckel.
  • Fahre eine größere Runde von 20, 30 Minuten.
  • Lass dann die Maschine abkühlen!
  • Leere das Kühlsystem erneut, und staune dabei über die Massen von Kalk und Kesselstein, die dort herauskommen.
  • Spüle das System drei, vier Mal mit klarem Wasser, indem du das Kühlsystem mehr­mals auffüllst und jeweils eine kleinere Runde fährst oder das Motorrad fünf Minuten im Leerlauf tuckern lässt und wieder ablässt.
  • Stecke den Wasserschlauch wieder an die Pumpe bzw. drehe die Ablass­schraube mit einem neuem Dichtring versehen wieder ein. Original wird ein Aluminium­dichtring verwendet, wohl, um Kontaktkorrosion keine Chance zu geben; ein Kupferdichtring mit ein bisschen Keramikpaste getunt wird es wohl auch tun.
  • Leere den Ausgleichsbehälter (linke Seite, hinter dem Akku). Wie, willst du wissen? Na, sauge die Flüssigkeit mit einem Schlauch an und lass den Behälter leer laufen, oder – besser, gesünder, appetitlicher – pumpe den Behälter leer mit einem Stück Schlauch und der Pumpe eines (ausgedienten oder auch niegelnagelneuen, die Dinger kosten ja nix) Seifenspenders.
  • Setze eine Mischung aus einem Liter destilliertem Wasser und einem Liter Kühlerschutz an. Welcher Kühlerschutz? Japanische Fahrzeuge bevorzugen meines (just neu erworbenen) Wissens unbedingt silikatfreie Mittel. Da käme beispielsweise BASF Glysantin G30 in Frage.
  • Fülle den Ausgleichsbehälter auf Minimum auf.
  • Fülle dann den den Kühl­kreislauf wie oben bei der Säurelösung beschrieben.
  • Prüfe den Kühlmittelstand im Ausgleichsbehälter, und fülle gegebenfalls dort Kühlmittel nach.
  • Fahre ein Runde, und überprüfe danach nochmals den Kühl­mittel­stand im Aus­gleichs­behälter.

Fertig.

Fertig!

Ist allerdings gerade Winter, möchtest du vielleicht lieber die kleinere Variante dieser Arbeit angehen, die in einem Parallelbeitrag beschrieben ist.


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