Honda VT 500 E

Come Out on this Fine Honda

Vorderrad samt Bremse aus- und einbauen

Im Gegensatz zum Ausbau des Hinterrads ist der Ausbau des Vor­der­rades keine soo triviale Aufgabe, weil die gekapselte Vorderradbremse die Sache ein klein wenig komplizierter macht, als dass bei einer konventionellen Vorderradbremse der Fall wäre.

Einen Helfer zu haben wäre nicht schlecht, es geht aber auch ohne, auf Kosten von Gefummel mit allen vier Extremitäten und mit höheren Risiko für Macken und Kratzer am edlen Gerät.

Beiträge wie diesen verfasse ich aus der Erinnerung – habe ich was ver­gessen oder falsch beschrieben? Gib gern Bescheid. Und ansonsten gilt natürlich: alles ohne Gewähr. Beauftrage im Zweifel lieber eine Werkstatt mit den Arbeiten.

Ich persönlich bin kein routinierter Schrauber – dazu schraube ich halt viel zu wenig. Daher fotografiere ich die zu beschraubenden Teile während der Demon­tage in ihren diversen Aggregatszuständen und mache mir auch Notizen, um bei Zweifeln beim Zusammenbau eine Referenz zu haben. Mach’s doch vielleicht auch so.

Und los geht’s:

Ausbau

  • Stelle die Maschine auf den Hauptständer.
  • Stütze die Maschine unter dem Motor ab, am besten mit einem (kleinen) Ran­gier­wagenheber. Hebe sie aber noch nicht an. Manche Maschinen sind so aus­balanciert, dass sie bei aus­gebautem Vorderrad brav aufs Hinterrad fallen – die PC11 nicht, sie will sich auch dann auf der Gabel abstützen.
  • Löse die Tachowelle, ziehe sie heraus und binde sie hoch, damit sie aus dem Weg ist und die Seele nicht herausrutscht und in den Dreck fällt.
  • Schraube, die die Tachowelle hältSchraube, die die Tachowelle hält
  • Löse den Aluminiumring, der den Bremsring in die Felge drückt, und binde ihn hoch, auf dass auch er aus dem Weg ist.
  • Löse die Achsklemmung, lass sie aber noch an der Gabel.
  • Schraube die Achse heraus, achte dabei auf das rechts montierte Distanzstück.
  • Hebe die Maschine unter dem Motor hoch.
  • Jetzt wäre der Helfer gefragt: Das Vorderrad rutscht nach unten heraus; spätes­tens jetzt fällt das Distanzstück ab.
  • Ziehe den Bremsring samt darauf steckender Bremszange aus der Felge bzw. hebele ihn vorsichtig ab.
  • In der Ankerplatte steckt ein Dingens, dass die Verbindung zwischen der Schnecke für den Tachoantrieb und dem Rad herstellt. Nimm es ab – es wird sonst gleich in den Dreck fallen. Achte auf die beiden feinen Scheiben, die innen stecken (eigentlich außen, wenn man die ganze Maschine als Basis nimmt).
  • Ziehe die Zange samt Ankerplatte dran nach innen vom Bremsring ab. Binde sie hoch bzw. lege sie auf passendem Podest (10‑l-Eimer?) ab. Lasse sie nicht etwa brutal an der Brems­leitung rumbaumeln, das mag Letztere gar nicht gern haben. Und im Weg wäre die Zange dann auch noch.

Jetzt ist das Vorderrad frei und kann entnommen und zum Reifenhändler ge­bracht werden, um mit einem prima neuen, weichen Reifen mit perfekt runder Kontur zu erhalten. Wurde ja auch Zeit nach all den Jahren, die du benötigst hast, um das Profil endlich herunterzufahren.

Prüfe den Bremsring auf Verschleiß. Das Verschleißmaß ist 10 mm. Falls es noch lohnt, entfette ihn mit Bremsenreiniger. Bekämpfe eventuelle Korrosion an den Stellen, an den der Ring Kontakt mit der Felge hat, damit der Ring nicht an der Felge festkorrodieren kann. Achte aber drauf, kein Material abzutragen! Du könn­test dich dann um die Bremszange kümmern. Das ist anderswo auf dieser Site beschrieben.

Reifen klar, Bremse klar? OK, jetzt also der Einbau:

… und der Einbau

  • Stecke das Vorderrad schon mal grob in die Gabel.
  • Stecke den Bremsring von außen/oben auf die vollständig montierte Zange in­klusive Bremsklötze und Ankerplatte – dabei querulieren die Bremsklötze gern rum, arbeite mit Gefühl, nicht mit Gewalt.
  • Setze das Tachoantriebsdingens in die Ankerplatte ein. Es ist doch sauber und seriös gefettet?
  • Stecke den Bremsring samt Zange und Ankerplatte in die Felge. Pflege zuvor die Kontaktstellen von Ring und Felge sehr sparsam mit einem geeigneten Mittel.
  • Stecke das Distanzstück rechts in das Dichtungsgummi, dem du vielleicht einen Spritzer Silikonöl gegönnt hattest.
  • Richte das Rad, so gut es geht, auf seine Endposition aus.
  • Der Helfer kann jetzt den Wagenheber unter der Motor gefühlvoll ablassen, und du achtest darauf, dass am linken Standrohr die Nase der Bremsgrund­platte sauber in die Nut rutscht und dass rechts die Distanzbuchse nicht wieder abfällt.
  • Sobald das Rad in Position ist, kannst du die gut geölte Achse (von rechts natür­lich) durch Klemmung, Distanzstück und Radlager schieben und in das linke Standrohr schrauben.
  • Schon mal ein kleiner Funktionstest: Dreht das Rad ausreichend frei? Ein biss­chen dürfen die Bremsbeläge am Bremsring schleifen. Betätige die Bremse – geht sie?
  • Ziehe die Verschraubungen fest. Dabei gilt: ziehe als erstes die Achse mit dem richtigen Anzugsdrehmoment (55 bis 65 Nm) fest, dann die vordere Mutter der Achsklemmung, zuletzt die hintere, jeweils mit 18 bis 25 Nm. Als Werkzeug genügt mir der grobe Billig-Dreh­momentschlüssel ausm Baumarkt.
  • Schraube den Aluminiumring an die Felge. Anzugsdrehmoment: 18 bis 25 Nm.
  • Stecke bei leicht drehendem Rad die Tachowelle ein, und schraube deren Halte­­schraube ein. Nimm auf jeden Fall eine neue, falls der Kreuzschlitzkopf bereits derangiert aussieht. Es handelt sich um eine Senkkopfschraube. Even­tuell passt eine Schraube nach DIN 7791 (ich hab das nicht erforscht), die hätte dann einen Innen­sechs­kantkopf.

Fertig? Nein! Jetzt kniest du dich nochmal vors Motorrad und überlegst, welche Schraubverbindungen du gelöst hattest und ob die auch alle wirklich und auch mit dem korrekten Anzugsdrehmoment festgezogen wurden.

Und jetzt Helm auf zur Probefahrt mit Bremstest. Fluppt alles? Prima.

So, dann hast du jetzt wirklich fertig.

Fertig!

Vorderradbremse warten

Wenn sie muckt oder du sowieso das Vorderrad ausbaust, etwa, um einen neuen Reifen montieren zu lassen, musst/solltest du die vordere Bremse warten.

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Ausgebauten Kühler entkalken

Kühler in der Küche

Du willst den aus­ge­bau­ten Küh­ler in der war­men Stube, äh, Küche ent­kal­ken? So könn­test du vor­gehen:

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Einstellschraube des Kupplungszugs

Las ich doch letztens in einem (beziehungsweise dem deutsch­spra­chigen) FT-500-Forum einen schönen Tipp, den ich gern weiter verbreite:

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