Honda VT 500 E

Come Out on this Fine Honda

Vorderradbremse warten

Wenn sie muckt oder du sowieso das Vorderrad ausbaust, etwa, um einen neuen Reifen montieren zu lassen, musst/solltest du die vordere Bremse warten.

Die vordere Bremse – mit prägend für die PC11-Erscheinung Die vordere Bremse – mit prägend für die PC11-Erscheinung

Aber nur, wenn du das auch wirklich kannst! Arbeiten an den Bremsen sind zwar eigentlich nicht besonders schwierig, und Spezialwerkzeug ist auch nicht nötig, aber mit den Bremsen ist nicht zu spaßen. Fehler werden hart bestraft und das Dumme ist, dass auch noch unbeteiligte Dritte Schaden erleiden können, wenn deine Bremse nicht ordentlich funktioniert. Also: im Zweifel zur Werkstatt.

Am Anfang steht der Ausbau des Vorderrades samt Bremse, der bereits anderswo auf dieser Site geschrieben ist.

Bremsring

Bist du mit dem Ausbau fertig? OK, erstens hältst du in der Hand den Bremsring:

›Bremsscheibe‹ – ich nenne das Dingens aber lieber Bremsring›Bremsscheibe‹ – ich nenne das Dingens aber lieber Bremsring   Bremsring mit Blick auf die Innenbelüftung – welches Motorrad hat sowas Exotisches schon?Bremsring mit Blick auf die Innenbelüftung – welches Motorrad hat sowas Exotisches schon?

Sein Einbaumaß beträgt 11 bis 11,2 mm, das Ver­schleiß­maß 10 mm. Messen musst du natürlich mit einer Mikro­meter­schraube, nicht mit einem Mess­schieber. Mit Letzterem misst du nämlich nur den (un­ver­schlissenen) Rand des Rings.

Eigentlich sollte ein PC11-Bremsring so lange halten wie das ganze Motorrad. Falls dein Bremsring aber doch ersetzt werden muss: die in der CBX 550 (PC04) ver­wen­deten sind meines Wissens identisch mit demjenigen der PC11 und werden häu­figer angeboten, da das Modell weiter verbreitet war/ist und pro Modell gleich Stücker drei dieser Bremsringe verbaut waren.

Was ist zu tun? Bekämpfe eventuelle Korrosion des Rings an den Kontaktstellen zur Nabe, aber achte darauf, kein Material abzutragen. Pflege diese Kontakt­stellen mit einem Häuchlein eines geeigneten Mittels, das gilt auch für die Gegen­stellen an der Nabe.

Vordere Radnabe ohne BremsscheibeVordere Radnabe ohne Bremsscheibe

Auf dem Bild rechts siehst du die Nabe des Vorderrads von der linken Seite ohne die Bremsring. Die Pfeile weisen auf die drei Nasen an der Nabe, auf welche die Aussparungen des Brems­rings aufgesteckt werden.

Wenn du mit fertig bist mit dem Ring, entfette den relevanten Bereich mit Brem­sen­reiniger und einen sauberen Lampen, und lege den Ring beiseite.

Bremssattel

Das zweite Bauteil ist der Bremssattel samt Ankerplatte, der jetzt noch an der Bremsleitung hängend auf dem Eimer (oder so) vor dem Motor liegt. Von der Bremsleitung muss und sollte nicht vom Sattel getrennt werden. Das macht Schweinkram und kostet Dichtringe.

  • Jetzt kannst du den Stift herausschrauben, der die Bremsbeläge führt und fixiert. Danach lassen sich die Beläge herausziehen.
  • Achte auf die feinen Bleche links und rechts am Sattel sowie ›unten‹ im Sattel. Merke dir, welcher Klotz innen und welcher außen gesessen hat. Man kann es in der Regel aber immer an den Rückseiten erkennen: der äußere Klotz hat runde Ab­drücke von den Kolben.
  • Reinige den Führungsstift.
  • Der Sattel steckt auf den zwei Gleitbolzen auf der Ankerplatte, und du kannst ihn mit bloßen Händen von der Platte abziehen, sofern die Maschine nicht gerade fünfzehn Jahre bei Wind und Wetter draußen gestanden hat und alles, was nur geht, zusammengegammelt ist. Und das sind die beiden Bestandteile der Brems­satteleinheit:
  • Bremssattel soloBremssattel solo
  • Aufsicht auf die sattellose AnkerplatteAufsicht auf die sattellose Ankerplatte   Ankerplatte im ProfilAnkerplatte im Profil
  • Reinige alles sorgfältig mit Bremsenreiniger.
  • Prüfe die Beläge. Das Verschleißmaß beträgt 2 mm. Sind deine nur noch 3 mm stark, ersetzt du sie natürlich. Du willst ja nicht nächstes Jahr schon wieder bei die Bremse bei.
  • Prüfe die Bremskolben; bei Motor­rad­brems­zangen – verstehe das, wer will – wird häufig/​meist auf außen liegende ›richtige‹ Staub­schutz­man­schet­ten ver­zichtet wird, so auch bei der PC11.
  • Bei Korrosion an den Kolben könntest du sie mit der Bremspumpe ein Stück­chen hinausdrücken, um sie besser putzen zu können, so nötig. Eventuell musst du die Kolben einzeln hinausdrücken, indem du den jeweils anderen mit einer Zange oder einer Schraubzwinge festhältst. Eine prima Gelegenenheit, den Lack des Sattels zu verrammeln und vermacken – sei also vorsichtig, ver­wende Lap­pen oder alte Fahrradschläuche zur Polsterung. Und lass es ganz, wenn du dir solche Arbeiten nicht wirklich zutraust! Wenn nämlich der Kolben ganz heraus­gedrückt wird, gibt das eine große Bremsflüssigkeits-Schweinerei. Und Brems­flüssigkeit greift alles mögliche an, vor allem Lack.
  • Ist die Korrosion zu arg oder lecken die Kolben gar schon, ist eine Revision des Sattels vonnöten mit neuen Dichtungen und eventuell auch Kolben.
  • Alle zur Überholung nötigen Teile – mit Ausnahme des Bremsrings – sind pro­blem­los verfügbar. Bezeichnungen etc. werden einem gesonderten Beitrag er­läutert..
  • Beachte unbedingt: wenn du die Kolben nach einer Reinigung zu weit hinein­drückst, kann der Vorratsbehälter an der Bremspumpe zu voll werden. Im Zwei­fel musst du ihn öffnen, um den Bremsflüssigkeitsstand im Auge behalten zu können und bei Bedarf ein bisschen von der Bremsflüssigkeit (mit einer sau­beren Spritze, gibt es für kleinstes Geld in der Apotheke) absaugen.

Ankerplatte

Nun zur Ankerplatte.

  • Reinige die beiden Gleitbolzen, auf denen der Sattel ›schwimmt‹. Beseitige even­tuelle Korrosion, aber achte darauf, keinesfalls Material abtragen. Die Bolzen sollen hinterher blitzeblank sein. Sind sie zu sehr korrodiert, kannst du sie auch ersetzen. Aber nur durch Originalteile und nicht durch Improvisiertes – diese Bolzen sind nämlich nicht rund, sondern mehreckig.
  • Reinige die Sacklöcher am Sattel, die die Bolzen aufnehmen.
  • Prüfe die Dichtgummis an den Sacklöchern.
  • Fette die Bolzen ordentlich, aber nicht übertrieben. Hondas WHB ist mit schlich­tem Silikonfett zufrieden.

Zusammenbau

So, jetzt geht es an den Zusammenbau.

  • Stecke den Sattel wieder auf die Gleitbolzen an der Ankerplatte. Beseitige eventuell überge­quol­lenes Fett gründlich..
  • Pflege die Dichtgummis mit etwas Silikonöl.
  • Lege die kleinen, feinen Bleche in den Sattel ein.
  • Stecke die beiden Bremsklötze in ihren alten Positionen (also der äußere nach außen, der innere innen) in den Sattel.
  • Schraube den Stift ein, der die Klötze führt. Das Anzugsdrehmoment beträgt 15 bis 20 Nm.

So, die Sattel-Ankerplatteneinheit ist bereit zum Einbau. Wie der geht, ist anders­wo auf dieser Site beschrieben.


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